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Awareness ist keine Dienstleistung

13.08.2025
Blog
Luno

Hin und wieder werden wir angefragt, ob wir auf dieser oder jener Veranstaltung Awareness-Schichten machen können, ein Awareness-Konzept erstellen oder die Leitung für das Awareness-Team auf Veranstaltung X machen wollen. Da die Antwort immer die gleiche - nämlich Nein - ist, wollen wir euch unsere Gedanken dazu erzählen.


Dafür schauen wir uns ein wenig die Geschichte der Initiative Awareness an: entstanden ist unser Verein, weil sich einige feministische und aktivistische Leute aus der Leipziger (Nacht)-Kulturszene mit Awareness beschäftigt haben. Das waren vor Allem Veranstalter*innen, Musiker*innen und andere Aktive. Immer deutlicher wurde die Notwendigkeit, sich im Veranstaltungskontext mit (sexualisierter) Gewalt und Diskriminierung auseinanderzusetzen.

In der Zeit haben einige Leute der Initiative Awareness und deren Umfeld auch selbst Awareness-Schichten bei Partys und anderen Veranstaltungen gemacht und wurden immer öfter dafür angefragt. Daraus und aus den gesammelten Erfahrungen entstand die Idee, das eigene Wissen, die Haltung und Expertise an andere Menschen weiterzugeben.


Wir glauben daran, dass gesellschaftlicher Wandel, eine gerechte Zukunft und ein gutes Leben für alle möglich sein kann. Dazu gehört, dass alle dabei mitmachen und Verantwortung übernehmen. Awareness als Haltung und Praxis ist ein Teil davon.
Deshalb haben wir Workshops organisiert, Menschen dabei unterstützt, eigene Konzepte zu entwickeln und sie in ihrer Praxis beraten. Wir finden, es ist nachhaltiger, wenn sich eine ganze Organisation mit Awareness auseinandersetzt, anstatt diese als „Dienstleistung“ auf einer Party dazu zu buchen. Awareness funktioniert vor Allem dann gut, wenn auch andere Personen der Organisation (wie die Leute an der Bar, Secus oder die Veranstalter*innen) von Awareness und dem dazugehörigen Konzept wissen und eine eigene Haltung dazu entwickelt haben. Dazu kann beispielsweise auch gehören, über Veranstaltungen hinaus noch ansprechbar für Menschen zu sein, die auf der Veranstaltung gewaltvolle oder diskriminierende Erfahrungen machen mussten.

Deshalb unterstützen wir euch gerne dabei, eigene Konzepte selber zu entwickeln, euch in Awareness-Arbeit zu schulen und eigene Strukturen aufzubauen. Wir helfen euch dabei, euch zu vernetzen und beraten euch zu euren Konzepten und anderen Anliegen.
Awareness als Dienstleistung in Form von Schichtleitung oder Schichtbesetzung bieten wir hingegen nicht an.


Dazu muss gesagt sein: das ist unsere Haltung zu dem Thema und wir beanspruchen keine Wahrheit oder Richtigkeit. Uns ist bewusst, dass unsere Haltung oft scheitert, wenn beispielsweise finanzielle, personelle oder zeitliche Ressourcen in einer Organisation fehlen. Auch da spüren wir die Auswirkungen des Clubsterbens und den Ausverkauf der Kulturszene. Trotzdem appellieren wir an alle, sich mit Awareness, Diskriminierung und gelebter Solidarität – auch außerhalb von Partys – auseinanderzusetzen. Damit das gute Leben für alle – im Club und außerhalb – möglich werden kann. :-)

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